Jahrzehntelang war Dietersgrün allen Teilnehmern am Kindergottesdienstausflug bekannt, als der kleine Ort, der auf der Wanderung zum Bienhaus (oder Weidighaus) durchquert wurde. Verschiedene Spiele wurden dort aufgeführt, ein buntes Treiben erfüllte den Garten des kleinen Gasthauses, in dem sich immer noch einige Unentwegte treffen. Das Bienhaus war übrigens die ehemalige Imkerei der Burg Hohenberg. Heute gehört es zu Dietersgrün.

Auch in Dietersgrün gab es einst eine kleine Gaststätte, bis 1982 an ihrer Stelle ein Wohnhaus errichtet wurde. Die mächtige Kastanie aus dem ehemaligen Wirtsgarten steht heute noch.
Nachdem im Jahre 2006 die Dorferneuerung abgeschlossen werden konnte, zeigt sich die Ortsmitte mit dem kleinen Brunnen, der auch bei starkem Frost nicht zufriert, “allerliebst“, wie man in früheren Zeiten gesagt hätte. Im Zusammenhang mit einem Bericht über die Kreditaufnahme Dietersgrüner Bauern im Jahre 1806 schreibt der Verfasser von einem „malerisch und heimelig vor dem Steinberg liegenden Dörflein“ in dem „zäher Fleiß und vorbildlicher Gemeinschaftssinn seit jeher zu Hause waren“ .

Dass die Dietersgrüner gerne bei der Kirchengemeinde Arzberg waren, bestätigt auch ein Bericht in der Heimatbeilage „Sechsämterland“ von 1959: Im Jahre 1658 lieferte „Georg Bauernfeind zu Dietersgrün“ „Mayen“, also Birken, für den Schmuck der Kirche zu Pfingsten. Dieser Brauch ist noch bis ins 18. Jahrhundert hinein vermerkt.
Dietersgrün war wohl im Zuge der Landnahme bereits im 13. Jahrhundert in einer vorhandenen Grünfläche (- grün!) angelegt worden. Von Anfang an gehörte es, wie Oschwitz, zu den Pfründen des Deutschherrenordens in Eger, musste also dorthin die Abgaben entrichten. Eine Geschichte zum Schmunzeln ergab sich daher im Jahre 1727, als der neue Bayreuther Markgraf durch die Lande zog, um sich von seinem Untertanen huldigen zu lassen. Die Egerer verboten dies allerdings den beiden Dörfern, damit der Markgraf nicht auf die Idee käme, von ihnen Geld einfordern zu können.
Mitte des 19. Jahrhunderts kam Dietersgrün zur Gemeinde Kothigenbibersbach und 1972 entschieden sich die Bewohner für Schirnding. Heute hat es 25 Einwohner, von denen 16 zur evangelischen Kirchengemeinde Arzberg gehören. Zwei Vollerwerbslandwirte und zwei Höfe im Nebenerwerb bewirtschaften die Felder. Wie geschickt unsere Altvorderen auch dieses Dorf angelegt haben, zeigt die folgende Aufnahme. Das Dorf duckt sich in die Senke (der Brunnen deutet auf eine Quellmuldenlage hin) und ist durch den Wald des Steinbergs vor den Nordwinden geschützt.

Dietersgrün März 2010